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Eigenheimrente

Die Eigenheimrente beschreibt Modelle, mit denen Eigentümerinnen und Eigentümer ihr selbst genutztes Wohneigentum (teilweise) in eine regelmäßige Rentenzahlung umwandeln können, ohne sofort aus dem Haus oder der Wohnung ausziehen zu müssen. Ziel ist die Liquiditätssteigerung im Alter durch Nutzung der im Haus gebundenen Wertreserven.

Modelle der Eigenheimrente

Es gibt mehrere Ausgestaltungen der Eigenheimrente; die gängigsten sind:

  • Leibrente (verkauf mit Wohnrecht): Verkauf der Immobilie an einen Anbieter oder eine Privatperson gegen eine lebenslange Leibrente und meist ein lebenslanges Wohnrecht.
  • Umkehrhypothek / Reverse Mortgage: Bank oder Finanzdienstleister gewährt eine Hypothek, die ausgezahlt wird und erst bei Tod oder Verkauf zurückgeführt wird.
  • Teilverkauf: Ein Teil der Immobilie wird verkauft, der Verkäufer bleibt Miteigentümer und erhält eine Einmalzahlung oder regelmäßige Zahlungen.

Jedes Modell unterscheidet sich hinsichtlich Auszahlung, Vererbungsregeln, Belastung der Immobilie und Anbieterstruktur.

Wie funktioniert die Berechnung?

Die Höhe der Zahlungen hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Marktwert der Immobilie
  • Alter und Lebenserwartung der Berechtigten
  • Vereinbarte Wohnrechte (z. B. Nießbrauch, Wohnrecht)
  • Zins- und Bewertungsannahmen (bei Umkehrhypothek)

Bei Leibrenten errechnet sich die monatliche Zahlung aus dem Verkaufspreis abzüglich des Kapitalwerts des eingeräumten Wohnrechts. Bei Reverse Mortgages addieren sich Zinsen und Entnahmen oft und reduzieren das Nettovermögen erst später.

Rechtliche und steuerliche Aspekte

Wesentliche Punkte, die Käufer und Verkäufer beachten sollten:

  • Eintragung von Wohnrechten oder Nießbrauch im Grundbuch sichert die lebenslange Nutzung, kann aber den Verkaufspreis mindern.
  • Erbschafts- und steuerrechtliche Folgen variieren: Leibrenten können steuerlich anders behandelt werden als Einmalzahlungen; bei steuerlichen Fragen ist Fachberatung empfohlen.
  • Anbieter- und Vertragsprüfung ist wichtig: Laufzeitklauseln, Kündigungsrechte, Indexierung der Rentenzahlung und Pflichten für Instandhaltung sollten klar geregelt sein.
Infobox – Wichtiger Praxistipp:Vor Abschluss einer Eigenheimrente prüfen Sie: Wer trägt Instandhaltungskosten? Wie wirkt sich das Modell auf Erben aus? Lassen Sie sich Grundbuchauszüge, Musterverträge und eine unabhängige Wertermittlung vorlegen. Eine rechtliche oder finanzielle Beratung schützt vor Nachteilen.

Vorteile, Risiken und Entscheidungskriterien

Vorteile der Eigenheimrente sind sofort verfügbare Liquidität, Verbleib in der vertrauten Wohnung und oft lebenslange Zahlungen. Risiken umfassen:

  • Geringere Vererbbarkeit des Immobilienvermögens
  • Komplexe Vertragsbedingungen und mögliche Kostenfallen
  • Inflations- oder Zinsrisiken, die reale Kaufkraft der Rentenzahlung mindern können

Entscheidungskriterien sind finanzielle Ziele, Familienverhältnisse, Gesundheitsprognosen und die Vergleichbarkeit alternativer Lösungen (z. B. Kreditaufnahme, Teilverkauf, Wohngeldförderungen).